Beziehung anders
Was wenn Beziehung mehr ist als wir zwei ?

Was wenn Monogamie nicht
das einzige Modell ist?
Was wenn Treue nicht das einzige Modell ist? Was wenn die Ehe ausgedient hat? Was wenn Freiheit und Liebe sich nicht widersprechen? Dieser Raum stellt Fragen. Er gibt keine Antworten.
Monogamie
Zwei Menschen. Füreinander. Für immer. Den einen Partner finden, die eine Partnerin. Exklusiv. Das ist das Modell, mit dem die meisten von uns aufgewachsen sind. Gesellschaftlich akzeptiert, kulturell tief verwurzelt, rechtlich bevorzugt. Monogamie verspricht Sicherheit, Vertrauen, Tiefe, Dauer. Und sie kann all das auch halten, wenn sie bewusst gelebt wird.
Dem entgegen stehen Trennungs- und Scheidungsraten, die Anzahl bekannter und verborgener Affären und die ungestillte Sehnsucht nach Sexualität die sich in Werbung und Pornographie ausdrückt. Ein Missverhältnis zwischen gelebter Monogamie und realer Mehrfachkontakte ist offensichtlich. Nur etwa ein Viertel der Deutschen glaubt, dass der Mensch von Natur aus monogam ist. Die meisten leben trotzdem so. Warum ?
Menschen leben in einem Zwiegespalt zwiscchen der Sehnsucht nach Bindung und Sicherheit einerseits, und Abenteuer, Kontakten und Intensivät andererseits.
Die Frage ist daher nicht, lebst Du Monogamie.
Die Frage ist, was sind Deine Bedürfnisse ?
Polyamorie
Manche Menschen lieben mehrere Menschen. Gleichzeitig, offen, und vor allem: einvernehmlich. Polyamorie stellt die Grundannahme in Frage, dass ein einziger Mensch für uns bestimmt ist, und wir mit diesem Menschen unser Leben verbringen. Was ist wenn wir feststellen, Liebe wird größer und weiter wenn ich sie teile. Was ist wenn wir feststellen, mein Partner ist entspannter, lebensfroher, positiver wenn wir spüren: wir begrenzen unsere Liebe nicht mehr, sondern lassen sie frei fließen.
Was passiert wenn der Partner sagt: Ich bin noch glücklicher wenn ich das Wochenende mit einem anderen Menschen verbringe. Kannst Du Dich mit Deinem Partner freuen ? Erfüllt es Dich mit Liebe wenn Du spürst, dass Dein Partner für seine Bedürfnisse einsteht ?
Polyamore Beziehungen verlangen mehr Kommunikation, mehr Selbstreflexion, mehr Ehrlichkeit als die meisten monogamen Paare je aufbringen müssen. Eifersucht verschwindet nicht, sie wird zum Gesprächsthema.
Was mich an diesem Modell fasziniert: Es zwingt Menschen, über ihre Bedürfnisse nachzudenken. Das allein ist schon wertvoll unabhängig davon, ob man es lebt oder nicht.
Offene Beziehung
Eine feste Bindung und sexuelle Freiheit nach außen. Das ist der Kern der offenen Beziehung. Keine weiteren Liebesbeziehungen, keine emotionale Bindung zu anderen, aber Raum für körperliche Begegnungen. Klingt einfach. Ist es selten. Denn die Grenze zwischen Sex und Gefühl ist fließend, und was als klare Abmachung beginnt, wird oft komplizierter als gedacht.
Auch diese Form der Beziehung erfordert viel Kommunikation. Und eine bewusste Entscheidung: Ja, wir genießen unsere Sexualität auch mit anderen Menschen.
Beziehungsanarchie
Keine Kategorien. Keine Hierarchien. Keine vordefinierten Regeln. Beziehungsanarchie, geprägt von der schwedischen Journalistin Andie Nordgren, geht davon aus, dass Liebe keine begrenzte Ressource ist. Dass der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebesbeziehung künstlich ist. Dass jede Verbindung zwischen Menschen individuell gestaltet werden darf, frei von gesellschaftlichen Erwartungen.
Das ist radikal. Und es ist ehrlich. Für viele ist es zu viel Freiheit — das Gehirn sucht Struktur, das Herz sucht Sicherheit. Aber als Gedankenexperiment taugt es für jeden:
Was würde ich gestalten, wenn ich keine Vorlage hätte?
Manifest der Beziehungsanarchie
1. Liebe ist reichlich vorhanden, und jede Beziehung ist einzigartig
2. Liebe und Respekt statt Anspruchsdenken
3. Finde dein eigenes Set an Beziehungswerten
4. Heterosexismus ist allgegenwärtig — lass dich nicht von Angst leiten
5. Baue auf das schön Unerwartete
6. Tu so, als könntest du es — bis du es kannst
7. Vertrauen ist besser
8. Veränderung durch Kommunikation
9. Gestalte deine Verbindlichkeiten selbst
Interview in der Stuttgarter Zeitung:
"Liebe ohne Regeln"
Ein Interview über Liebe, Regulation und Grenzen

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Andreas Zerweck
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