
Pornografie – was passiert da eigentlich in unseren Beziehungen?
Pornografie ist heute allgegenwärtig. Kostenlos. Jederzeit verfügbar. Unendlich variabel. Die öffentliche Debatte darüber schwankt meist zwischen zwei Polen: Verteufelung oder Verharmlosung.
Ein uraltes System in einer neuen Welt
Im menschlichen Gehirn existiert ein sehr altes Motivationssystem. Es entstand, um Fortpflanzung zu sichern in einer Welt in der Sexualpartner selten waren, soziale Annäherung Risiko bedeutete und Bindung über lange Zeiträume stattfand
Heute trifft unser System auf eine Wellt mit: unbegrenzten sexuellen Reizen, null soziale Kosten, permanenter Verfügbarkeit. Dazu kommt: keine Zurückweisung, keine Unsicherheit, keine Bindungsarbeit.
Für das Nervensystem ist das ein extrem effizienter Weg zur Belohnung. Unser Gehirn erlebt einen stetig steigenden Belohnungsreiz. Der Aufwand sind nur wenige klicks auf dem Handy. Das kann entspannend, und stresslösend wirken. Schnelle, kurzfristige Erleichterung.
Deine Beziehungen funktionieren allerdings nicht so. In lebendigen realen Begegnungen, auch in Deiner Beziehung gehört Ablehnung, Nichtverfügbarkeit, Stimmungen, Konflikte dazu. Eine reale Beziehung wird niemals mit ein paar Klicks verfügbar sein.
Daher auch hier: Bewusstheit
Pornographie ist schnelle, leicht abrufbare Stimulation.
Vergiß nicht Diene realen Fähigkeiten zu pflegen.
Aufmerksamkeit zu steuern
Impulse wahrzunehmen
Spannung auszuhalten
Nähe bewusst zu gestalten
Wir leben mit einem Steinzeit-Gehirn in einer digitalen Hochgeschwindigkeitswelt. Sei bewußt mit dem was Du konsumierst.
Der Weg nach vorn ist nicht Verzicht.
Sondern Bewusstheit.
Ich bin Andreas Zerweck und arbeite als Paarberater im Raum Stuttgart. Auf Liebewachsen.de veröffentliche ich regelmässig Inhalte rund um das Thema Beziehung, Liebe und Sexualität.